Situation:

In einem tiergestützten Coaching-Workshop nehmen 5 Führungskräfte an einer Übung teil, die von mir, geleitet wird. Ziel ist es, die Teilnehmenden darin zu schulen, wie sie trotz unerwarteter Ablenkungen klar führen, kommunizieren und ihre Konzentration aufrechterhalten können.

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, mit zwei Hunden zu arbeiten: Bella, einer ruhigen Labradorhündin, und Rex, einem energischen Border Collie. Die Übung soll den Umgang mit plötzlichen Ablenkungen simulieren, die im Arbeitsalltag auftreten können.

Durchführung der Übung:

Die Gruppe wird in zwei Untergruppen aufgeteilt, und jeder Teilnehmer hat 5-10 Minuten Zeit, um die Übung durchzuführen. Die Aufgabe besteht darin, mit dem Hund einen Slalomparcours zu absolvieren, während eine unerwartete Ablenkung auftritt – in diesem Fall wird ein Spielzeugball plötzlich ins Sichtfeld gerollt.

Die Übung beginnt:

Anna, eine der Führungskräfte, ist die Erste, die mit Rex arbeitet. Sie führt ihn konzentriert durch den Slalom. Plötzlich rollt ein Ball in ihre Richtung. Rex, der den Ball sieht, bleibt stehen und schaut interessiert. Anna bemerkt die Ablenkung sofort, aber anstatt zu reagieren, versucht sie, ruhig zu bleiben und Rex anzusprechen: „Komm schon, Rex, bleib bei mir!“

Die Reaktion:

Ich  beobachte und frage Anna: „Wie hast du die Ablenkung bemerkt? Was hast du getan, um Rex zu motivieren, weiterzumachen?“ Anna antwortet: „Ich habe zuerst den Ball gesehen, und mein erster Impuls war, Rex zu ermahnen. Aber dann habe ich mich daran erinnert, dass ich ruhig bleiben und ihn ermutigen muss, weiterzumachen.“

Reflexion nach der Übung:

Nachdem alle Teilnehmer ihre Übungen absolviert haben, versammeln sie sich zur Reflexion. Ich stelle die Frage: „Wie war das für dich, Anna? Und wie für Rex?“

Anna überlegt und sagt: „Es war herausfordernd. Ich habe gemerkt, dass ich leicht abgelenkt werde, wenn etwas Unerwartetes passiert. Rex hat sofort auf den Ball reagiert, aber ich konnte ihn zurück zur Aufgabe bringen. Es war wichtig für mich, in dieser Situation ruhig zu bleiben.“

Die Gruppe diskutiert weiter und teilt ihre Beobachtungen. Lukas sagt: „Ich habe gemerkt, dass ich oft in stressigen Situationen nicht ausreichend kommuniziere. Wenn Ablenkungen kommen, verliere ich manchmal den Fokus auf das Wesentliche.“

Michael, ein weiterer Teilnehmer, ergänzt: „Diese Übung hat mir geholfen zu verstehen, wie wichtig es ist, flexibel zu sein und schnell zu improvisieren. Ich denke, ich muss meine Kommunikationsstrategien überdenken, um in solchen Momenten besser zu reagieren.“

Lernziele und Erkenntnisse:

Anna reflektiert über ihre Rolle als Führungskraft: „Ich habe gelernt, dass es entscheidend ist, auch unter Druck ruhig und konzentriert zu bleiben. Im Alltag habe ich oft mit vielen unerwarteten Ablenkungen zu kämpfen, sei es durch Kollegen oder E-Mails. Diese Übung hat mir gezeigt, dass ich klar kommunizieren und gleichzeitig meine eigene Aufmerksamkeit auf die Aufgabe richten muss.“

Ich habe die Reflexion mit den Worten abgeschlossen: „Denkt daran, dass Ablenkungen im Arbeitsalltag unvermeidlich sind. Die Fähigkeit, sich darauf einzustellen und trotzdem klar zu kommunizieren, ist eine Schlüsselkompetenz für jede Führungskraft.“

Die Teilnehmenden verlassen die Übung mit einem erweiterten Verständnis für den Umgang mit Ablenkungen und Herausforderungen im Arbeitsumfeld. Anna fühlt sich gestärkt und motiviert, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse in ihrer täglichen Arbeit umzusetzen, um ihre Führungsfähigkeiten weiterzuentwickeln.