Situation:
In einem tiergestützten Coaching-Workshop haben sich sieben Teilnehmer versammelt: Isabella, Lukas, Sarah, Tom, Julia, Michael und Laura. Sie werden von mir und einer Kollegin, Frau Müller geleitet. Für die heutige Übung werden zwei Hunde eingesetzt: Bella, eine ruhige Labradorhündin, und Rex, ein lebhafter Border Collie.
Ziel der Übung:
Die Teilnehmer sollen lernen, klare Anweisungen zu geben, sich durchzusetzen und mit Interessenskonflikten umzugehen, indem sie einen Hund an einem bestimmten Ort warten lassen, während der andere Hund direkt mitkommt.

Durchführung der Übung:
Die Coaches erklären, dass jeder Teilnehmer einen Hund auswählen und entscheiden soll, welcher Hund warten und welcher mitkommen darf. Bella wird für das Warten und Rex für das Mitkommen ausgewählt. Die Teilnehmer haben jeweils 5-10 Minuten Zeit für die Übung, gefolgt von einer Auswertung.
Die Übung beginnt:
Isabella ist die Erste, die an die Reihe kommt. Sie sagt zu Rex: „Komm mit, Rex!“ und führt ihn mit Begeisterung mit sich. Bella bleibt brav an ihrem Platz. Frau Müller beobachtet und fragt Isabella: „Wie geht es dir mit der unterschiedlichen Behandlung der beiden Hunde?“
Isabella antwortet: „Es fühlt sich komisch an, Rex sofort mitzunehmen, während Bella warten muss. Ich finde es schwer, sie nicht mitnehmen zu wollen.“
Die weiteren Teilnehmer:
Nach Isabella ist Lukas an der Reihe. Er hat etwas mehr Erfahrung mit Hunden und sagt zu Bella: „Bleib hier, Bella“, während er mit Rex hinausgeht. Frau Müller fragt ihn: „Warum hast du diese Reihenfolge gewählt?“ Lukas überlegt kurz und sagt: „Ich wollte Bella die Möglichkeit geben, sich zu entspannen und zu lernen, dass Warten auch positiv sein kann.“
Sarah ist als Nächste dran und hat Schwierigkeiten, sich durchzusetzen. Sie ruft Rex, aber er zögert, da er Bella sieht. „Komm schon, Rex!“ sagt sie frustriert. Ich interveniere: „Wie könntest du anders handeln, um Rex zu motivieren?“ Sarah überlegt: „Vielleicht könnte ich ihn mit einem Leckerli anlocken. Ich habe einfach nicht genug Geduld gehabt.“
Die Reflexion:
Nach der Übung versammeln sich alle Teilnehmer für die Reflexion. Frau Müller fragt: „Was habt ihr aus der Übung mitgenommen?“
Tom berichtet: „Ich habe gemerkt, dass ich in meinem Job oft mit Interessenskonflikten konfrontiert bin. Ich neige dazu, die einfachere Lösung zu wählen, anstatt klare Grenzen zu setzen.“
Julia schließt sich an: „Mir fiel es schwer, Bella warten zu lassen, weil ich dachte, sie könnte sich zurückgesetzt fühlen. Aber ich habe gelernt, dass Warten auch eine wichtige Fähigkeit ist.“
Michael, der eine Führungsposition hat, sagt: „Diese Übung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, klare Entscheidungen zu treffen und konsequent zu bleiben, auch wenn es emotional herausfordernd ist.“
Laura reflektiert: „Ich habe erkannt, dass ich oft zu nachgiebig bin und nicht genug für meine eigenen Bedürfnisse einstehe. Das Setzen von Grenzen ist für mich eine wichtige Lektion.“
Abschluss der Reflexion:
Ich schließe die Runde mit den Worten: „Die Erfahrungen mit den Hunden spiegeln oft unsere eigenen Herausforderungen im Alltag wider. Klarheit in der Kommunikation, das Setzen von Grenzen und der Umgang mit Interessenskonflikten sind entscheidend, um sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Leben erfolgreich zu sein.“
Die Teilnehmenden verlassen die Übung mit einem tieferen Verständnis für sich selbst und ihre Kommunikationsfähigkeiten. Sie haben nicht nur die Interaktion mit den Hunden reflektiert, sondern auch wertvolle Einsichten für ihre täglichen Herausforderungen gewonnen.